Exkursion der 8a nach Dachau und München

Im Rahmen des GSE-Unterrichts besuchte die 8a zuletzt das KZ in Dachau und nutzte zugleich die Gelegenheit, weitere historische Stätten in München aufzusuchen. Nach der Anreise mit der Bahn mussten die Schüler sich zunächst mit dem U-Bahn-System in München vertraut machen. Ohne größeren Probleme fand die 20-köpfige Truppe den Weg zum Marienplatz. Von dort ausgehend zeigte der Schulleiter Hans Simmerl den Schülern den Weg, den Hitler 1923 mit seinen Anhängern zurücklegte, um in München die Macht an sich zu reißen. Er berichtete von dem Denkmal, welches Hitler später errichten ließ und nach dem Ende des 2. Weltkriegs zerstört worden ist. In der NS-Zeit musste die Bevölkerung beim Passieren des Denkmals stehen bleiben und mit dem Hitler-Gruß kondolieren. So mancher Bürger wollte dies vermeiden und wählte den Weg durch die heutige Viscardigasse, die deswegen auch heute noch als „Drückebergergasse“ bezeichnet wird. Im Anschluss besuchte man die LMU, um den Spuren der „Weißen Rose“ nachzuspüren. Zuvor hatte die Klasse den Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in der Schule gesehen und besprochen. Dieser wurde an Originalschauplätzen – eben der LMU München – gedreht. Im Rahmen einer kurzen Führung durch die Lichtaula fanden die Schüler die Orte, wo die Geschwister Scholl vermutlich ihre Flugblätter ausgelegt und zum Schluss in die Aula hinuntergestoßen hatten. Abgeschlossen wurde dieser Rundgang mit einem Gebet an einer Gedenktafel. Interessant gestaltete sich auch die Führung durch die Gedenkstätte. Dort gab es weitere wichtige Hintergrundinformationen und Originaldokumente zu betrachten. Nachdem die Schüler auch problemlos den Weg nach Dachau gefunden hatten, wurde die die Gruppe auf den am nächsten Tag anstehenden Besuch des KZs von ihrer Führerin vorbereitet. Am nächsten Tag erkundeten die Schüler vormittags das Gelände rund um das KZ anhand von früheren Stadtplänen. Sie konnten die früheren Eisenbahnlinie nachvollziehen und das Gebiet, welches von den SS-Leuten bewohnt worden war identifizieren. Heute ist dort eine Sondereinheit der Polizei untergebracht. Nach einem stärkenden Mittagessen ging es dann in das eigentliche KZ. „Ist das groß!“ war der erste Gedanke nach dem Passieren des Eingangstors. Als die Schüler aber erfuhren, dass sich auf dem Appellplatz bis zu 50.000 Menschen versammeln mussten, erkannte die Klasse, dass der Platz eher zu klein war. Während der Führung durch die Gedenkstätte bekamen die Schüler immer wieder Auszüge aus den Tagebüchern des früheren Insassen Edgar Kupfer-Koberwitz zu hören. Er hat beispielsweise die unmenschlichen hygienischen Vorkehrungen bei der Erstaufnahme schriftlich festgehalten. Entsetzt zeigten sich die Schüler über die Entmenschlichung, welche das Ziel der SS-Leute war, beginnend bei der Eintätowierung der Nummern. Nicht fassen konnten die Schüler das Prinzip der „Stehhaft“, bei der Insassen in eine so kleine Zelle eingesperrt worden sind, in der sie nur stehen konnten. Auf die Frage hin, wo denn die Toilette sei, schüttelte die Führerin nur den Kopf. Erschüttert verließen die Schüler dann den Filmsaal, nachdem sie eine Dokumentation über das KZ Dachau gesehen hatten. In diesem wurden Originalaufnahmen gezeigt, unter anderem von Leichenbergen, die mit Pferdekutschen abtransportiert wurden. Auffallend waren dabei die völlig abgemagerten Körper. Darauf aufbauend wurde im Anschluss über zwei Rapper diskutiert, die trotz des Vergleichs ihrer Körper mit denen der KZ-Insassen in einem Raptext, den Echo gewonnen hatten. Die Schüler erkannten, dass so ein Vergleich mehr als geschmacklos ist. Bei der Besichtigung der nachgebauten Baracken staunten die Schüler, als sie erfuhren, dass bis zu 400 Insassen in einem Raum leben mussten, vor allem in Anbetracht der mehr als dürftigen sanitären Bedingungen. Den Abschluss bildete die Besichtigung der Krematorien und der Gaskammer, die nicht zur Tötung genutzt worden ist. Nicht alle Schüler wollten sich diese Räumlichkeiten ansehen. Zur Abrundung des Tages wurde in der Jugendherberge der Film „Lauf, Junge, lauf“ angesehen. Dieser handelt von einem polnischen, jüdischen Jungen, der vor den Nazis flieht und dabei seine Identität leugnet, damit er auf Unterstützung durch das polnische Volk hoffen kann. Nachdem die Zimmer gesäubert und geräumt worden waren, machte sich die Truppe erneut auf zur LMU, um sich dort mit Dr. Eva Umlauf zu treffen. Sie war als 2-jähriges Kind zusammen mit ihrer Mutter inhaftiert worden und hatte Glück, dass die Nazis die Massentötung in Auschwitz auf Grund der nahenden russischen Truppen gestoppt hatten. Sie berichtete über diese Zeit auf der Basis von Gesprächen mit ihrer Mutter. Abschließend zeigte sie den Schülern auch ihre eintätowierte Nummer. Die vielen Fragen der Schüler beantworteten sie geduldig. Dabei äußerte sie sich immer wieder kritisch zu der aktuellen politischen Lage, vor allem zu der rechtspopulistischen AfD. Sie warb dafür, diese Partei später einmal nicht zu wählen. Nach einem Rundgang über das Olympiagelände hatten die Schüler die Gelegenheit, München auf eigene Faust zu erkunden. Zurück ging es dann wieder mit dem Zug und dem Linienbus. Insgesamt kann man von einer informativen und wichtigen Klassenfahrt sprechen, die verdeutlicht hat, was auf deutschem Boden vor gar nicht allzu langer Zeit geschehen ist.

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