Neue Woche: „Die Sportmittelschule ist einzigartig in Bayern

Die 2017 erfolgte Auszeichnung „Partnerschule des Wintersports“ ist für die Sportmittelschule Hauzenberg sicherlich ein Höhepunkt in einer Entwicklung, die vor rund 15 Jahren begann. In Niederbayern sind bisher nur die Gymnasien und Realschulen in Zwiesel und Grafenau zu Partnerschulen des Wintersports ernannt wurden. Ziel dieses Schulprojektes von Skiverband und Kultusministerium ist es sportliche Talente zu erkennen und Voraussetzungen dafür zu schaffen, das die Ansprüche von Schule und Leistungssport miteinander optimal verbunden werden können. Die Schule erhält dafür zusätzliche Förderstunden für Schüler, die an Lehrgängen oder Wettkämpfen teilnehmen. Als Partnerschule des Wintersports ist die Sportmittelschule Hauzenberg grundsätzlich für Schülerinnen und Schüler aus allen Gemeinden offen. Nach Absolvierung eines sportmotorischen Testes als Grundbedingung können sie die Mittelschule in Hauzenberg besuchen. Für Rektor Johann Simmerl ist der Sport die Schule des Lebens. Als er vor 15 Jahren als Konrektor seinen Dienst an der Schule aufnahm, fand er mit der damaligen Rektorin Friedel Dollinger eine gleichgesinnte Seele. An seiner vorigen Stelle an der Schule in Breitenberg kam er in Kontakt mit der Sportmittelschule Ulrichsberg im Mühlviertel. Deren Konzept begeisterte ihn. Zusammen mit Friedel Dollinger begann er in Hauzenberg diesen Weg zu gehen. Der Erfolg gab ihm Recht. Heute ist die Sportmittelschule Hauzenberg in ihrer Art einzigartig in ganz Bayern und darüber hinaus. Mit derzeit 480 Schülerinnen und Schüler in 21 Klassen ist die Schule eine der größten ihrer Art im weiten Umkreis. Wie schaut das Ganze in der Praxis aus ? Schulleiter Johann Simmerl mit seiner genauso vom Konzept begeisterten Konrektorin Margit Uhrmann plaudern quasi aus dem Nähkästchen. Hören wir ihnen einfach ein bisschen zu. „Grundbedingung ist das alle Lehrkräfte an unserer Schule 100% hinter dem Konzept stehen und es begeistert mit Leben erfüllen. Das ist bei uns der Fall. Die Bedürfnisse der Schüler stehen im Vordergrund. Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Sozialkompetenz sind Eigenschaften, die sie hier erwerben. Diese Eigenschaften sind prägend für ihren weiteren Lebensweg. Eckpfeiler unseres Konzeptes ist die Tatsache, dass wir eine Ganztagsschule sind. So bleibt mehr Zeit Sport und Unterricht in Einklang zu bringen. Auch der Magen fordert sein Recht. So bieten wir in unserer modernen gemütlichen Mensa drei schmackhafte täglich frisch zu bereitete und preiswerte Menüs sowie ein gut bestücktes Salatbüffet an. Lehrer und Schüler essen hier meist gemeinsam was sicherlich dem Miteinander nicht wenig förderlich ist. Die Qualität des Mittagstisches wurde auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mit der Zertifizierung „Schule+Essen=Note 1“ bestätigt. Wir arbeiten bei unserem Sportangebot eng mit den regionalen Vereinen zusammen. Trotzdem decken unsere Lehrer die meisten Sportangebote selbst ab. 14 Sportarbeitsgemeinschaften werden derzeit den Schülern angeboten. Die Bandbreite reicht von Fußball bis Stockschießen. Es werden viele Schul-sportmeisterschaften besucht was zu einer stattlichen Pokalsammlung in der Schule geführt hat. Das sind natürlich Erfolgserlebnisse für die Schüler. Ein Wort zum Leistungssport. Als Beispiel seien hier unser erfolgreicher Skilangläufer Daniel Stemplinger und der Nachwuchsskispringer David Gruber genannt. Ihre schulische Förderung und ihr Werdegang werden durch einen extra Nachführunterricht, genau gesagt ist es praktisch ein individueller Unterricht, gewährleistet. Training, Wettkampfzeiten und Unterrichtserfordernisse werden exakt zwischen Schule, Vereinen und Schülern abgestimmt. Ich würde es so ausdrücken, meint Rektor Simmerl. „Wir alle bilden ein Team, dass die Begeisterung eint. Der Einzelkämpfer ist hier nicht gefragt.“ Betritt man die Schule, sieht man viele sportliche Ein-richtungen, die den Schülern immer zur Verfügung stehen. Sei es die Kletterwand, das Hallenfuß-ballfeld oder Turngeräte. Es wird ständig nach neuen Wegen gesucht. Es gibt beispielsweise fünf Egometer, die den Schülern sogar im Unterricht zu Verfügung stehen. Während sie abwechselnd so ein Gerät benutzen, verfolgen sie den Unterricht weiter. Ein Aushängeschild für die Schule ist sicherlich der Snowboarder Johannes Höpfl aus Hauzenberg, der die Schule sechs Jahre besucht hat. In den nächsten Tagen nimmt er an den Olympischen Winterspielen in Korea teil. Bei einem seiner Besuche in seiner alten Schule ließ er klar erkennen, dass er ohne die dort erworbenen Grundlagen nie so weit gekommen wäre.

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